Ethische Banken

Als ich mich vor zwei Jahren entschied, mein Leben in eine nachhaltigere Richtung zu lenken, war einer meiner ersten Schritte ein Bankwechsel. Was das mit Nachhaltigkeit zu tun hat? Das wissen leider die allerwenigsten. Daher möchte ich heute ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten und vielleicht sogar den einen oder anderen dazu bewegen, ebenfalls den Kontoanbieter zu wechseln!

Was passiert mit unserem Geld?

Konventionelle Banken (auch Sparkassen und Raiffeisenbanken!) investieren skrupellos in Rüstungsgeschäfte, sowie Atom- und Kohlestrom. Moralisch fragwürdige Unternehmen, wie z.B. Atomwaffen-Hersteller, werden mit Krediten oder dem Kauf von Unternehmensanteilen von Banken unterstützt.
Außerdem betreiben einige Banken Lebensmittelpreisspekulationen, was einfach gesagt bedeutet, dass auf Lebensmittelpreise gewettet wird. Durch diese Wetten schießen vor allem in ärmeren Ländern die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe, was im schlimmsten Fall bis zur Hungersnot führen kann.

Ethische Banken: Darum lohnt sich der Wechsel

Im Gegensatz zu konventionellen Banken fördern ethische Banken Soziales, Umwelt und Klimaschutz. Kredite werden ausschließlich in diesen Bereichen vergeben, außerdem werden ökologisches Bauen und Energiesparmaßnahmen unterstützt.
Um genau festzulegen, welche Unternehmen unterstützt werden, gibt es einen Katalog mit Positivkriterien, die erfüllt sein müssen, beziehungsweise Negativkriterien, die nicht erfüllt werden dürfen.

Ethische Banken im Überblick

GLS Gemeinschaftsbank

Die GLS Bank ist die größte nachhaltige Bank Deutschlands mit Filialen in Berlin, Frankfurt, Freiburg, Hamburg, München und Stuttgart. Geld kann kostenlos an allen Automaten der Volks- und Raiffeisenbanken und der Sparda-Bank abgehoben werden – vereinfacht gesagt an allen blauen Geldautomaten. Für das Girokonto wird eine Kontoführungsgebühr von 3,80€ fällig, von der unter 28-jährige befreit sind. Zusätzlich wird ein monatlicher Beitrag von 5,00€ erhoben, der jedoch bei minderjährigen entfällt und bei unter 28-jährigen nur 1,00€ beträgt. Beim eröffnen eines Kontos kann jeder Kunde entscheiden, in welchem Bereich (Energie, Wohnen, Bildung, Ernährung, Soziales, nachhaltige Wirtschaft) sein Geld eingesetzt werden soll.

Ethikbank

Die Ethikbank ist eine reine Onlinebank, hat also keine Filialen.
Die Ethikbank finanziert mit ihren Krediten ausschließlich „ökologisch und sozial sinnvolle Maßnahmen“. Eines der Unternehmensprinzipien ist Offenheit, weshalb die Ethikbank ihre Investitionen und Kredite bis ins Detail zugänglich macht. Geld kann an allen Automaten der Volks-, Raiffeisen-, und Sparda-Bank abgehoben werden. Die Kontoführungsgebühr beim Girokonto beträgt 8,50€, für 18 bis 24-jährige 2,00€ monatlich. Für Minderjährige entfällt die Kontoführungsgebühr.

Triodos

Die Triodos hat ihren Hauptsitz in den Niederlanden und ist ebenfalls eine Onlinebank. Ihr Ziel ist es, „ein gesellschaftliches Umfeld zu schaffen, das die Lebensqualität der Menschen verbessert und in dem die Menschenwürde geachtet wird“.
Hierfür werden Kredite ausschließlich zweckgebunden vergeben und es wird transparent über die Vergabe berichtet. Die Kontoführungsgebühr beträgt 4,50€, Geld kann an (fast) allen Geldautomaten mit MasterCard-Logo abgehoben werden. Einige wenige Geldautomaten-Betreiber verlangen eine Zusatzgebühr, dies wird jedoch beim Geld abheben auf dem Display angezeigt und kann abgebrochen werden.

Umweltbank

Die Umweltbank hat sich in ihrer Satzung dem Umweltschutz verpflichtet und finanziert ausschließlich Umweltprojekte. Der Haken an der Sache: Es gibt kein Girokonto. Dafür aber zahlreiche andere Angebote, wie z.B. ein kostenloses Tagesgeldkonto, ein Umweltsparbuch, Fonds und Kredite.

Und wie funktioniert nun der Wechsel?

Zum Glück ganz einfach! Seit 2016 sind Banken verpflichtet, ihren Kunden beim Wechsel zu helfen.
Man muss der neuen, ethischen Bank nur den Auftrag zur Hilfe beim Kontowechsel erteilen, woraufhin diese die dafür notwendigen Daten bei der alten Bank anfordert. Die ausgewählte Ethikbank übernimmt die übermittelten Daten für das neu angelegte Konto und informiert Zahlungspartner, die Geld regelmäßig einzahlen oder abbuchen, über den Wechsel. Das alte Konto wird zu einem vom Kunden festgelegten Zeitpunkt geschlossen.

PS: Ich habe mein altes Konto damals extra noch einen Monat länger laufen lassen, um zu sehen, ob noch irgendwelche Abbuchungen von diesem Konto erfolgen. Das war zwar nicht der Fall, falls doch, hätte ich die entsprechenden Leute aber noch mit einem formlosen Schreiben über den Kontowechsel informiert.

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